Warum Zürich, warum eine Zunft

Es gibt Unmengen an Leuten in Zürich, die etwas gegen das wachsende Klimagasproblem unternehmen wollen und der Transformation entscheidend weiterhelfen wollen. Durch sie soll Zürich zum Hotspot der Öko-Startup-Szene werden!  

Warum eine Zunft? Sind Zünfte behäbige, konservative, frauenfeindliche Heimatvereine, bei denen es um Status geht, die Pflege alter patriarchischer Traditionen, die Nutzung der Zunfthäuser für Saufgelage und um das Vergnügen, beim Sechseläuten um den brennenden Böög reiten zu können?

Nein!  Gerade der historische Bezug zur paradiesischen, vorkolonialen Zeit, in der Kreislaufwirtschaft selbstverständlich war und die Landwirtschaft ohne Chemie, Monokultur, Massentierhaltung auskam verträgt sich mit dem Nachhaltigkeitsgedanken. Die grosse Zeit der Zünfte begann vor der 'Entdeckung' Amerikas. Das über Jahrhunderte erworbene Ansehen der Zünfte würde der Klimabewegung dringend benötigte Akzeptanz verschaffen. Momentan finden sechzig Prozent der Schweizer, Klimathemen würden in Politik und Wirtschaft zu stark gewichtet. Ein Grossteil der Bevölkerung denkt, Klimaaktivismus könnten sich nur Leute leisten, die sonst keine Sorgen haben. Die Anerkennung durch die Zünfte würde die öffentliche Akzeptanz der Klimathemen signifikant steigern

Die Transformation ist in weite Ferne gerückt

rechtslibertäre Kräfte dominieren die Wirtschaft und verhindern ihren Fortschritt mit aller Macht: auf dem Rechtsweg, durch Lobbyismus, Korruption, politische Einflussnahme, über Medien und Social Media. Das CO₂-Gesetz hat bei der Abstimmung keine Mehrheit bekommen, beschlossene Massnahmen werden nicht umgesetzt: das Nein zum Autobahnausbau, die Umweltverantwortungsinitiative. Bin gespannt auf das Ergebnis der Klimafondsinitiative am achten März. In der EU sollen bestehende Gesetze zurückgenommen werden: das Verbrenner-Aus, das Lieferkettengesetz. In Deutschland ist das Gebäudeenergiegesetz zum Stolperstein der Ampel Koalition geworden. Die ultrarechte AfD will sogar die Windkraftwerke abmontieren lassen und schwärmt von günstigem russischem Gas. Windräder abreissen lassen will auch der ultrarechte Trump. Nachdem er einen Klimaleugner zum Chef der Umweltschutzbehörde ernannt hat, der jetzt alle möglichen Vorschriften einkassiert, entzieht er dem Klimaschutz in den Vereinigten Staaten die gesetzliche Grundlage, indem er tatsächlich wissenschaftliche Erkenntnisse für ungültig erklärt. Dass so etwas juristisch überhaupt geht, darauf muss man erst mal kommen.Libertäre Kräfte wollen die Klimabewegung ganz und gar vernichten. In Argentinien unter Milei sind Umweltschutzaktivitäten strafbare Handlungen. In den USA haben die Turbokapitalisten die Regierung gekapert, und auch hier in Zürich wollen sie politische Macht. Ueli Bamert, Erdöl-Lobbyist und treibende Kraft der Kampagne gegen das CO₂-Gesetz, will Stadtpräsident werden. Die Politik ist rechts oder gibt, aus Angst vor den Rechen die Klimaziele preis. Die Weltpolitik ist aus den Fugen geraten und ängstigt die Menschen weit mehr als das Klima. Die Priorität, die das Klimagasproblem einst hatte, in der Rangliste der Ängste in der Bevölkerung, diese Priorität ist dahin. Klima ist auf Rang drei hinter Angst vor Krieg und Angst vor wirtschaftlichem Niedergang und da liegt das Problem, deswegen werden Klimaziele immer niedriger gewichtet, als wirtschaftliche Probleme. Aus der Wirtschaft selbst muss der Widerstand kommen.

Der Finanzmarkt würde sicher mehr in Öko-Unternehmen investieren, wenn es mehr davon gäbe. Rentenkassen haben Vorgaben, ihren Anteil an Firmen mit hohem ESG-Ranking zu erhöhen, und Fondsgesellschaften haben fast immer auch Fonds mit ESG-Schwerpunkt im Angebot. BlackRock ist deswegen bei Neustark eingestiegen. Aber BlackRocks Engagement in Öko bewegt sich im Bereich von Millionen, das in die Fossilindustrie im Bereich von Billionen. Die Fondsgesellschaften stellen sich hinter die Fossilwirtschaft, weil sie die meisten Einnahmen generiert, also die Cash Cow ist. Das wird sich erst ändern, wenn die Öko-Wirtschaft ähnlich fette Renditen bringt."

Eine transformierte Wirtschaft braucht neue Öko-Unternehmen, und die bestehenden müssen vergrössert werden.

Wir brauchen einen Öko-Startup-Scale-up-Hype vergleichbar mit der New-Economy-Euphorie um die Jahrtausendwende oder der Öffnung des chinesischen Marktes unter Deng Xiaoping. Es braucht eine Heilsbotschaft, den Glauben an Startups mit heroischen Zielen. Und damit die erreicht werden können, braucht es eine Instanz für die Koordination zwischen Startups, Verwaltung, Wissenschaft, Industrie und Kapitalmarkt. Die Klimazunft könnte diese Instanz zum Bündeln der umweltfreundlichen Kräfte sein.

Zürich ist der richtige Ort  dafür, und jetzt ist die richtige Zeit. Wir überzeugen die Gründer, nicht im Thema AI-Apps, sondern im Umweltschutz die Zukunft zu sehen. Dort hat es einen enormen Handlungsbedarf und ein gigantisches wirtschaftliches Potenzial, das jetzt brachliegt. Dort braucht es Pioniere, die mit Unterstützung der Klimazunft endlich die Transformation nach vorne bringen können. Hier sind die Voraussetzungen gut

In Zürich hat es schon ein grünes Gründerbiotop mit Startup-Hubs und Accelerators für Öko-Startups, beispielsweise das Bluelion-Netzwerk. Hier gibt es angesehene Unternehmen wie Climeworks und Southpole. Schweizweit gibt es eine bedeutende Cleantech-Branche, mit Unternehmen wie Neustark-Beton. Es gibt Wirtschaftsverbände wie swisscleantech, Swiss Recycle oder die Klimaplattform der Wirtschaft. Ja, hier in der Schweiz gibt es die meisten Öko-Start-ups weltweit. Pro Kopf der Bevölkerung sind wir auf Platz 1 und absolut gesehen weltweit auf Platz 5 oder so.

Allein schon die Erfolge von KlimUp sind beeindruckend: EggField (nachhaltige Ernährung), Rematter AG (nachhaltiges Bauen), Recoal (Prüfung von CO₂-Zertifikaten)


Wie soll eine Zunft der Startup-Szene helfen?


lokale Vernetzung


Sie soll als Zürcher Zunft die regionale Ökowirtschaft vernetzen, mehr Anerkennung für Klimaziele in der Schweiz bringen und als globale Community of Practice Gründer, Unternehmen und Transformations-Experten weltweit zusammenbringen. Die entwickeln dann zusammen mit Gründern die Geschäftsidee und räumen für die Startups alle Steine aus dem Weg, bis sie selbständig überleben können und später helfen sie auch bei der Expansion, beim Scale-Up.Sie soll als Zürcher Zunft die regionale Ökowirtschaft vernetzen, mehr Anerkennung für Klimaziele in der Schweiz bringen und als 

globale Community of Practice

Gründer, Unternehmen und Transformations-Experten weltweit zusammenbringen. Die entwickeln dann zusammen mit Gründern die Geschäftsidee und räumen für die Startups alle Steine aus dem Weg, bis sie selbständig überleben können und später helfen sie auch bei der Expansion, beim Scale-Up.

"Den Begriff Zunft kann man mit 'Guild' auf Englisch übersetzen. Guild steht in der Softwareentwicklung für Community of Practice, CoP." Stefanie verstand. Sie war Mitglied der Testing Guild der Bank. Walter zweifelte, ob man die Begriffe CoP und Guild synonym verwenden kann. Er kannte CoP aus der Softwareentwicklung. Teile von Android und so gut wie jede Software mit 'Open' im Namen wurden von CoPs geschrieben.

Karl fuhr fort: "Die Klimazunft wäre einerseits eine Zürcher Zunft, in der sich die lokale Ökowirtschaft vernetzt und die beim Sechseläuten mitmacht, andererseits eine CoP zum Thema Klimagase. Ein weltweites Netzwerk von Klima-Interessierten, das mit Gründern zusammen an Lösungen zu den Themen Mobilität, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Mining usw. arbeitet. Das Regelwerk dafür steht in der Zunftordnung.

Lokal hilft die Zunft interessierten Unternehmen, Kunden und Lieferanten zu finden, Sammelbestellungen aufzunehmen, an Fördergelder oder Kredite zu kommen, sich gegenseitig zu beliefern usw. Global unterstützt die Zunft im Sinne einer CoP bestehende Unternehmen und Gründer mit Know-how, Planung und Finanzierung. Sie sorgt für sinnvolle Neugründungen und hilft den Startups bis zum Exit, also bis sie selbstständig am Markt überleben können. Bei aller Startup-Förderung in der Schweiz erreicht man derzeit kaum messbare Erfolge für die Transformation, während die Klimagasproblematik eskaliert. Die ursprünglichen 14 Millionen Franken für KlimUp sind schon verplant, die Innovationspipeline wächst, die Förderquote sinkt.