
Warum Zürich, warum eine Zunft
Es gibt Unmengen an Leuten in Zürich, die etwas gegen das wachsende Klimagasproblem unternehmen wollen und der Transformation entscheidend weiterhelfen wollen. Durch sie soll Zürich zum Hotspot der Öko-Startup-Szene werden!
Warum eine Zunft? Sind Zünfte behäbige, konservative, frauenfeindliche Heimatvereine, bei denen es um Status geht, die Pflege alter patriarchischer Traditionen, die Nutzung der Zunfthäuser für Saufgelage und um das Vergnügen, beim Sechseläuten um den brennenden Böög reiten zu können?
Nein! Gerade der historische Bezug zur paradiesischen, vorkolonialen Zeit, in der Kreislaufwirtschaft selbstverständlich war und die Landwirtschaft ohne Chemie, Monokultur, Massentierhaltung auskam verträgt sich mit dem Nachhaltigkeitsgedanken. Die grosse Zeit der Zünfte begann vor der 'Entdeckung' Amerikas. Das über Jahrhunderte erworbene Ansehen der Zünfte würde der Klimabewegung dringend benötigte Akzeptanz verschaffen. Momentan finden sechzig Prozent der Schweizer, Klimathemen würden in Politik und Wirtschaft zu stark gewichtet. Ein Grossteil der Bevölkerung denkt, Klimaaktivismus könnten sich nur Leute leisten, die sonst keine Sorgen haben. Die Anerkennung durch die Zünfte würde die öffentliche Akzeptanz der Klimathemen signifikant steigern

Die Transformation ist in weite Ferne gerückt
Der Finanzmarkt würde sicher mehr in Öko-Unternehmen investieren, wenn es mehr davon gäbe. Rentenkassen haben Vorgaben, ihren Anteil an Firmen mit hohem ESG-Ranking zu erhöhen, und Fondsgesellschaften haben fast immer auch Fonds mit ESG-Schwerpunkt im Angebot. BlackRock ist deswegen bei Neustark eingestiegen. Aber BlackRocks Engagement in Öko bewegt sich im Bereich von Millionen, das in die Fossilindustrie im Bereich von Billionen. Die Fondsgesellschaften stellen sich hinter die Fossilwirtschaft, weil sie die meisten Einnahmen generiert, also die Cash Cow ist. Das wird sich erst ändern, wenn die Öko-Wirtschaft ähnlich fette Renditen bringt."

Eine transformierte Wirtschaft braucht neue Öko-Unternehmen, und die bestehenden müssen vergrössert werden.
Wir brauchen einen Öko-Startup-Scale-up-Hype vergleichbar mit der New-Economy-Euphorie um die Jahrtausendwende oder der Öffnung des chinesischen Marktes unter Deng Xiaoping. Es braucht eine Heilsbotschaft, den Glauben an Startups mit heroischen Zielen. Und damit die erreicht werden können, braucht es eine Instanz für die Koordination zwischen Startups, Verwaltung, Wissenschaft, Industrie und Kapitalmarkt. Die Klimazunft könnte diese Instanz zum Bündeln der umweltfreundlichen Kräfte sein.
Zürich ist der richtige Ort dafür, und jetzt ist die richtige Zeit. Wir überzeugen die Gründer, nicht im Thema AI-Apps, sondern im Umweltschutz die Zukunft zu sehen. Dort hat es einen enormen Handlungsbedarf und ein gigantisches wirtschaftliches Potenzial, das jetzt brachliegt. Dort braucht es Pioniere, die mit Unterstützung der Klimazunft endlich die Transformation nach vorne bringen können. Hier sind die Voraussetzungen gut
In Zürich hat es schon ein grünes Gründerbiotop mit Startup-Hubs und Accelerators für Öko-Startups, beispielsweise das Bluelion-Netzwerk. Hier gibt es angesehene Unternehmen wie Climeworks und Southpole. Schweizweit gibt es eine bedeutende Cleantech-Branche, mit Unternehmen wie Neustark-Beton. Es gibt Wirtschaftsverbände wie swisscleantech, Swiss Recycle oder die Klimaplattform der Wirtschaft. Ja, hier in der Schweiz gibt es die meisten Öko-Start-ups weltweit. Pro Kopf der Bevölkerung sind wir auf Platz 1 und absolut gesehen weltweit auf Platz 5 oder so.
Allein schon die Erfolge von KlimUp sind beeindruckend: EggField (nachhaltige Ernährung), Rematter AG (nachhaltiges Bauen), Recoal (Prüfung von CO₂-Zertifikaten)

Wie soll eine Zunft der Startup-Szene helfen?
Sie soll als Zürcher Zunft die regionale Ökowirtschaft vernetzen, mehr Anerkennung für Klimaziele in der Schweiz bringen und als globale Community of Practice Gründer, Unternehmen und Transformations-Experten weltweit zusammenbringen. Die entwickeln dann zusammen mit Gründern die Geschäftsidee und räumen für die Startups alle Steine aus dem Weg, bis sie selbständig überleben können und später helfen sie auch bei der Expansion, beim Scale-Up.Sie soll als Zürcher Zunft die regionale Ökowirtschaft vernetzen, mehr Anerkennung für Klimaziele in der Schweiz bringen und als
globale Community of Practice
"Den Begriff Zunft kann man mit 'Guild' auf Englisch übersetzen. Guild steht in der Softwareentwicklung für Community of Practice, CoP." Stefanie verstand. Sie war Mitglied der Testing Guild der Bank. Walter zweifelte, ob man die Begriffe CoP und Guild synonym verwenden kann. Er kannte CoP aus der Softwareentwicklung. Teile von Android und so gut wie jede Software mit 'Open' im Namen wurden von CoPs geschrieben.
Karl fuhr fort: "Die Klimazunft wäre einerseits eine Zürcher Zunft, in der sich die lokale Ökowirtschaft vernetzt und die beim Sechseläuten mitmacht, andererseits eine CoP zum Thema Klimagase. Ein weltweites Netzwerk von Klima-Interessierten, das mit Gründern zusammen an Lösungen zu den Themen Mobilität, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Mining usw. arbeitet. Das Regelwerk dafür steht in der Zunftordnung.
Lokal hilft die Zunft interessierten Unternehmen, Kunden und Lieferanten zu finden, Sammelbestellungen aufzunehmen, an Fördergelder oder Kredite zu kommen, sich gegenseitig zu beliefern usw. Global unterstützt die Zunft im Sinne einer CoP bestehende Unternehmen und Gründer mit Know-how, Planung und Finanzierung. Sie sorgt für sinnvolle Neugründungen und hilft den Startups bis zum Exit, also bis sie selbstständig am Markt überleben können. Bei aller Startup-Förderung in der Schweiz erreicht man derzeit kaum messbare Erfolge für die Transformation, während die Klimagasproblematik eskaliert. Die ursprünglichen 14 Millionen Franken für KlimUp sind schon verplant, die Innovationspipeline wächst, die Förderquote sinkt.